
Meine Ricoh GR III hat eine Doppelbelichtungsfunktion. Das wusste ich zwar, hatte sie aber noch nie ausprobiert, denn wer braucht schon sowas. Warum sollte man eine Technik, die in analoger Form total spannend weil völlig unvorhersehbar ist, digital nachbauen? Wo ist denn der Spaß, wenn man schon sieht, wie das Ergebnis wird? Und überhaupt: Wenn man sowas machen will, könnte man es doch besser nachträglich mit jedem beliebigen Bild in Photoshop machen, da hätte man dann ja die komplette Kontrolle.
Dachte ich.
Und dann kam das neue Thema für unser Kreativprojekt Samstag ist Badetag: Fußgängerampel. Und ich habe darüber nachgedacht, wie schön das ist, daß man an Fußgängerampeln gezwungenermaßen zu einer kleinen Pause kommt. Statt das Handy aus der Tasche zu ziehen stehe ich da gerne und gucke in der Gegend rum. Und dann sehe ich oft allerhand Dinge, die mir sonst gar nicht unbedingt auffallen, wenn direkt grün ist und ich einfach weitergehe.
Bei der Überlegung, wie ich das für den Badetag darstellen könnte, fiel mir die Doppelbelichtungsfunktion meiner Kamera ein. Und dann habe ich mir die Kamera geschnappt und bin losspaziert, von Fußgängerampel zu Fußgängerampel. Da habe ich dann nach Motiven gesucht. Wie viel Spaß das gemacht hat! Es ging ja nicht um ein Bild, sondern um eine Kombi! Im Prinzip kann jedes Bild für sich völlig unspektakulär sein, wenn die Überlagerung spannend wird. Das Ergebnis kann man beim Fotografieren erahnen, denn man sieht das erste Bild leicht transparent auf dem Screen, kann also das zweite ganz gut passend dazu positionieren. Ich fand es trotzdem erstaunlich spannend und der Eindruck des Fotos später in groß am Rechner war dann ohnehin noch mal ganz anders, als auf dem kleinen Display.
Ich könnte mir vorstellen, da noch mal etwas mehr Zeit mit zu verbringen, als nur ein Stündchen am letzten Tag vor Badetag-Deadline. Doppelbelichtungsfunktion. So toll!







